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Wer
an den Odenwald denkt, der sieht vor seinem inneren
Auge jenes lichte Mittelgebirge zwischen der ehemaligen
Großherzoglichen Residenz Darmstadt und der romantischen
Universitätsstadt Heidelberg.
Im
Westen zieht am Fuße dieses Gebirgsstocks die
heiter umblühte Bergstrasse hin, im Osten neigt
sich die reich zeralten, bewaldeten Hänge dem lieblichen
Maintal und nach Süden dem malerischen Neckartal
zu.
Dort,
wo der Odenwald diese Region tangiert, trägt er
wesentlich zu ihrem besonderen Reiz bei. Das weiträumige
von Rhein, Main und Neckar umsäumte Mittelgebirge
liegt im Bereich keltischer, germanischer, römischer
und karolingischer Geschichte. Reich bevölkert
mit Rot- und Schwarzwild ist dieses sagenumwobene Jagdrevier
der Burgunder; in seine klaren Gebirgsbächen tummeln
sich Forellen. Herrliche Laub- und Mischwälder
wechseln ständig mit dem satten Grün der Wiesengründe
und buntgeflecktem Ackerland. Idyllische Kleinstädte
mit verwinkelten Gassen, plätschernden Brunnen,
malerischen Fachwerkhäusern und historischen Gebäuden
erfreuen Gemüt und Auge. Spielerisch in die Waldhänge
und Talgründe hingestreut liegen stolze Einzelhöfe,
schmucke Dörfer und behagliche Luftkurorte, in
denen der Tourismus das ursprüngliche noch nicht
überall verdrängt hat.
Nichts
ist hier gigantisch und überwältigend, sondern
eher sanft, heiter und abwechslungsreich.
Bunt
und abwechslungsreich wie die Landschaft ist auch die
bodenständige Mundart. Einen einheitlichen Odenwälder
Dialekt gibt es nicht; vielmehr finden sich selbst bei
nächster Nachbarschaft der Dörfer und Städte
oft feine und erhebliche Unterschiede der Wortwahl und
Aussprache.
Der
rheinfränkische Dialekt klingt für die Ohren
anderer deutscher Stämme breitmäulig, hart
und knarrend, für die der Eingesessene jedoch würzig,
kräftig, wohltönend und vor allem klar bestimmt.
Text:
Auszug
aus der Ortschronik Elsbach
Verfasser:
Hans Müller, Rektor A.D., Erbach
Herausgeber:
Magistrat der Kreisstadt Erbach
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